Tag 58 – Goodbye EF San Francisco

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Da ist er also. Still und heimlich kam er und packte mich. Der letzte Tag bei EF San Francisco und damit letzte Tag im Hub ist nun angebrochen. Wie es mir an diesem Tag gehen wird und ob es eine Gefühlsachterbahn geben wird? Das werden wir in diesem Beitrag sehen.

Doppelter Check-Out

Der Check Out war für mich, als auch für meinen Mitbewohner Adam auf 10:00 a.m angesetzt. Auch er verlässt heute EF. Im Unterschied zu mir fliegt er aber nach Hause. Mein Abenteuer hier in Amerika wird weiter gehen. Wir standen um 8:00 a.m. auf und fingen an zu packen. Dazu kamen die üblichen Hotel-Check Out Aktivitäten. Das heisst Bettlaken zusammenlegen, alles gründlich reinigen, etc. Pünktlich um 10:00 Uhr waren wir in der Lobby bereit zum Auschecken. Wie bei einem Hotel konnten wir unsere Koffer noch in einem gesicherten Raum im Hub zwischenlagern. Adams Flieger flog erst in einigen Stunden und meine Reise begann auch erst abends um 10:30 p.m. Genug Zeit noch zusammen die Stadt unsicher zu machen.

Die letzten Besorgungen

Ich wollte meine vielen Cent Stücke bei einer Bank in Dollarschein tauschen. Was recht simpel klingt, sollte sich als grosse Hürde herausstellen. Wir waren in zwei grossen Banken. Keine konnte mir diesen simplen Wunsch erfüllen – enttäuschend. Mir bleibt nichts anderes übrig, als die Cents bei diversen Detailhändlern und deren «Selfpay-Station» zu nutzen. Das heisst die Kassen mit entsprechenden Cents zu füttern.

Bei AT&T

Der nächste Halt war der AT&T Store bei der Market-Street. einige Tage zuvor war ich mich bezüglich einer Lösung für ein mobiles Datenabo erkunden. Eines ist bei einer Egoreise durch Amerika gewiss. Man braucht nebst einer funktionierenden Kreditkarte auf jeden Fall Internet. Schon nur wegen Uber, Airbnb und Apps wie «Citymapper». Das Kaufen und konfigurieren des iPhones ging schnell und einfach. Der AT&T Kundendienst war freundlich und zeigte sich auch sehr interessiert an mir als Kunde. Der Kollege der mich bediente, war ungefähr in meinem Alter und zeigte sich begeistert als ich sagte, dass ich noch etwas durch Kalifornier reisen möchte. Seit ich Dirk Kreuter verfolge und sein Buch gelesen habe (welches du dir hierebenfalls kostenlos holen kannst), habe ich auch einen ganz anderen Blick auf Verkauf sprich ich musste schmunzeln, als der Berater mir auch gleich als Zusatzverkauf Powerbank und eine SD Karte anbot, top! Zu seinem Pech war ich bereits bestens mit diesen Gadgets ausgerüstet. Zur Handynutzung bzw. dem Internet möchte ich folgendes gesagt haben: Bleibt man mehr oder weniger am selben Ort und hat seinen Aufenthalt gut geplant, reichen die zahlreichen kostenlosen WLAN-Hotspots, die es in diversen Starbucks und Co. Gibt. Auch mit offline Apps wie «Sygic» kann man sich hervorragend durchschlagen.

Pre-Paid Lösung

Möchte man gelegentlich ein Uber-Taxi nutzen oder andere kleine Dinge wie z.B. eine Whats App Nachricht schreiben, reicht eine Pre-Paid Lösung wie von Simly längstens. Du kannst diese übrigens gleich hier für Amerika oder andere Wunschdestination besorgen.

Abo-Flatrate

Machst du es wie ich, sprich alleine und möchtest entsprechend abgesichert sein, holst du dir am besten eine Sim-Karte mit einem festen Abo von AT&T. AT&T sind zwar im gesamten etwas teuer als die Konkurrenz, bieten nebst Qualität auch ein stabiles Netz. Du kannst dein Abo monatlich mit der Kredikarte bezahlen (im Kundenkonto) und bekommst monatlich einen 10$ Rabatt. Die Bezahlung mit der Kreditkarte passiert immer einen Monat im Voraus. Brauchst du das Abo nicht mehr oder kannst (oder musst du zwingend) die Karte aus deinem AT&T Kundenkonto löschen und das Abo wird so «deaktiviert» bis zu deinem nächsten Aufenthalt in den U.S. (vorausgesetzt, du hinterlegst dann wieder die Karte).

Tipp: Solltest du keine Kreditkarte haben, empfehle ich dir die Kreditkarte der Migros, auch die kannst du samt 15.- Startguthaben hier kostenlos bestellen.

Nachdem ich die neue Simkarte eingesetzt hatte, funktioniert alles wie gewohnt (iPhone 6). Ich konnte auf Google, die Mails liessen sich abrufen und Whats App Nachrichten wurden versendet. Adam zeigte sich sehr geduldig, worüber ich sehr dankbar war. Wir gingen nun etwas essen und anschliessend zurück zum Hub.

Die Beratung im AT&T Store an der Market-Street war top!

Leb wohl Adam, es war grossartig

Während ich in der Lobby verweilte, kamen zahlreiche Kollegen und Kolleginnen vorbei, von welchen ich mich nach und nach verabschiedete. Dann war es auch Zeit für Adam, wir verabschiedeten uns, ich bedankte mich bei ihm und wir tauschten noch unsere Social Media Profile aus.

Geburtstagsparty am Dolores Park

Auch wenn Abschiede eher traurig sind, so liegt auch grosse Freude nahe beieinander. Ich hatte es fast vergessen: Heute feierte eine Kollegin noch ihren Geburtstag einen Tag vor. So konnte auch ich noch mitfeiern. Ich und ein Kollege aus der Türkei machten uns umgehend auf den Weg zum «Dolores Park». Wir waren einiges zu früh und somit die Ersten der Partytruppe.

Es war mein erster Besuch im «Dolores Park». Der Park ist dicht besucht und man sieht die Skyline, welche an diesem Tag durch die Wolken ein ganz spezielles Bild abgaben. Ein schöner Ort um den letzten Tag mit seinen Freunden zu verbringen. Zu meiner Überraschung kamen auch Leute, bei denen ich bereits befürchtete, sie nicht mehr zu sehen und mich nicht mehr verabschieden zu können. Im Verlaufe des Nachmittags erzählte ich ihnen von meinen Reiseplänen, wir hörten Musik und hatten ein tolles Zusammensein mit ausreichender Verpflegung.

Frei nach dem «American-Spirit» staunte ich über die Leute, die clever versuchten, auch hier ein Geschäft zu machen: So bot eine Frau Polaroidfotos an, eine andere verkaufte seine Massage direkt vor Ort und andere wiederum Eis. Ich persönlich hätte Picknickdecken verkauft. Einfache Tücher, damit man gemütlich auf dem Rasen liegen und picknicken kann.

Als dann nach 5:00 p.m. die Sonne hinter einem Hügel verschwand, wurde es auch schnell durch den permanenten San Francisco-Wind ziemlich kühl. Der Park leerte sich zunehmend und so liessen wir uns ein Uber-Taxi kommen. Gleichzeitig hiess es auch hier Abschied von jenen zu nehmen, deren Wege sich hier trennten.

Der «Dolores Park» war gut besucht an diesem sonnigen Tag.

Die letzten Momente bei EF

Im Hub setzte ich mich in die Lobby… nicht mehr lange und all dies ist zu Ende… die Gefühle in mir waren gemischt. Erneut hiess es, raus aus der Komfortzone, raus ins neue Geschehen, alles hinter dir lassen und dazu der Abschied von sehr vielen Menschen, die ich sehr mag. So wartete ich, tippte auf meinem Laptop herum und unterhielt mich immer wieder mit den Kollegen die das Hub betraten oder soeben verlassen wollten. Um 9.45 p.m. war es dann soweit, ich liess mein Uber-Taxi früh genug kommen, damit ich sicherlich genug Puffer habe. Ich verabschiedete mich ein letztes Mal von den anwesenden Mitmenschen und dem tollen EF-Personal. Ich schritt aus dem Hub hinaus und stieg ins Auto, welches soeben am Strassenrand einfuhr.

Mit dem BoltBut ins nächste Abenteuer

Der Uber-Fahrer kam aus Indien, hatte aber nicht diesen typisch starken Akzent drauf. Wir unterhielten uns und ich merke, wie gut ich seinem Dialog folgen konnte. Ein gewaltiger Schritt in meinen English-Skills. An der Bushaltestelle angekommen ging ich zur entsprechenden Linie. Dort fanden sich zwar bereits Leute, aber es war weit und breit kein Bus zu sehen war. Ich fragte zur Sicherheit bei einem Beamten vor Ort nach, ob ich hier wirklich richtig sei und dies wurde mir bestätigt. Passt also alles, dann hiess es auf den «BoltBus» warten. «BoltBus» ist zu vergleichen wie «Flixbus». Für kleines Geld kommt man ganz schön weit. Ich habe mich im Vorfeld zu den Fahrten von «BoltBus» ausgiebig erkunden. Einige sind hellauf begeistert von der Firma «BoltBus». Andere sagen: «Nie wieder». Was werde ich wohl erleben?

Der «BoltBus» war pünktlich, ich kann mich nicht beschweren.

Der Bus kam dann ziemlich pünktlich. Ich bemerkte schnell, dass dieser Bus mehrere Stationen anfährt und nicht einfach direkt von A nach B fährt. Kein Wunder, dass er bei uns schon verspätet ankam. Zum Glück habe ich eine Fahrt durch die Nacht gebucht. Nicht nur um mir eine Nacht AirBnB-Kosten zu ersparen, es reisten auch viel weniger Leute durch die Nacht. Dies wiederum machte sich beim der grossartigen Platzauswahl bemerkbar. Dazu gab es auch keine Sonne, die den Bus aufheizt oder bei der langen Fahrt einen Sonnenbrand verursachen könnte.

Der «BoltBus» hatte grosse Ledersitze, war angenehm klimatisiert und hatte sogar Steckdosen für jeden Passagier. Selbst wenn eine Person neben mir gesessen hätte, hätten beide genug Beinfreiheit genossen. Als der Bus dann raus aus San Francisco fuhr schaute ich mein Facebook-, als auch Instagram Profil an. Wahnsinn, wie international es die letzten Wochen wurde. Gegen nichts in der Welt möchte ich all diese Kontakte und Erinnerungen vermissen oder tauschen. Mit grosser, grosser Dankbarkeit bedankte ich mich nochmal bei den Leuten, die ich online spontan «erwischte», während auf meinen Kopfhörer der passende Songtext von Kool Savas und Xavier Naidoo erklang:

„Und ich schau nicht mehr zurück,
Aber wenn ich zurück schau, seh‘ ich nur mein Glück.“

Schlag auf Schlag

Einzig und allein das Schlafen in solch einem Bus ist nicht jedermanns Sache. Für einen NAP reichte es aber. Etwa in der Mitte, der Ortschaft «Huron» machten wir eine Pause von gut 45 Minuten. Es war eine etwas befremdliche Situation. Dort befand sich ein 24 Stunden Tankstellenstore, sowie auch einen 24 Stunden Subway. Das alles einfach mitten im Nichts. Es war gut 25° und das alles um 2:35 a.m. Ich musste einen Moment innehalten und mir dessen alles bewusst zu werden. Ein Indianer würde sich vielleicht jetzt auf den Boden legen und sagen: «Ich muss erst warten bis die Seele nachgekommen ist». Es ist echt verrückt, wie das alles jetzt so schnell geht. Vor wenigen Stunden noch auf der Dolores Wiese, jetzt in wenigen Stunden an meinem neuen Ziel, meinem neuen Zuhause. Wo es hingeht? Na Los Angeles – Beverly Hills, da wo ich schon bei meinem ersten Besuch hin und weg war und mir klar war, dass ich zurück will. Mehr dazu aber im kommenden Beitrag zu Tag 59.

Bilder:

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