Tag 57 – The last day of school

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Da war er also… nach 2 Monaten… der letzte EF-Schultag. Wie ich mich fühlte? Komisch, es ist so surreal. Die Zeit verging schnell… und irgendwie auch «langsam». Ich bin happy und verspüre keine «Reue», dass ich mehr hätte machen können oder sollen. Es passt alles genau so, wie es ist.

Ein letztes Mal Schulweg

Ich hatte an diesem letzten Tag morgens Schule. Also stand ich wieder nach 7:00 a.m. auf, zog mich an und ging zu Sultan. Dort besorgte ich ein letztes Mal eines seiner köstlichen Sandwiches. Mit einem Lächeln und einem «of course» bereitete er diese für mich frisch zu. Dann verabschiedeten wir uns, vielleicht sehe ich ihn in einem Monat noch einmal. Denn vor meinem Abflug werde ich noch wenige Tage in «Frisco» verbleiben. Ich entschloss mich, einen etwas anderen Weg zu zur Schule gehen. Trotz des Umweges erreichte ich die Schule pünktlich. Ein wenig kenne ich mich immerhin nach zwei Monaten in San Francisco aus.

Ein letztes Mal in das Klassenzimmer, an meinen Platz… es war eine komische Stimmung. Alle hatten irgendwie ein weinendes, aber auch ein lachendes Auge. Die die nicht abreisen, werden nach dem Level Up Test so oder so die Klasse nicht mehr bei Richard besuchen. Übrigens, Richard hat oft kleine Witze gemacht. So z.B. es sei «normal», dass man am Freitag jeweils Donuts für den Lehrer bringt oder Schüler*innen aus Frankreich mögen doch ein «Croissant» bringen. Das unterstrich er immer mit seinem britischen Charme/Humor. Also dachte ich, ich bringe ihm heute wirklich etwas. Es war ein kleiner Muffin und schon beim Betreten sah ich seine Freude und wie er genau mit seinem Humor ein kurzes Gebet Richtung Himmel zu geben schien, es war wirklich witzig zu beobachten. Er bedankte sich dann auch herzlichst. Dann fragte er uns nach dem «good morning everybody» wie es uns geht und ob wir traurig wären oder happy. Bei einigen nahm er die Antwort vorneweg: «Ja ich weiss du bist sicherlich traurig». Das liest sich jetzt vielleicht so komisch, aber man musste wirklich ab ihm jedes Mal lachen oder hat ein Grinsen im Gesicht, er ist ein wirklich klasse Lehrer!

The worlds easiest vocabulary test

Wir starteten also mit dem «World easiest vocabulary test» und der war wirklich einfach. Es war ein Lückentext und unten sah man die gesuchten Wörter. Man musste also nur deren Übersetzung kennen und den Lückentext an sich verstehen. Anschliessend verteilte er jedem Schüler einen anderen Test und wir korrigierten diesen kurz gegenseitig. Er sagt dann, wenn wir den Test an den jeweiligen Schüler zurück geben, haben wir folgende Optionen um die Person gegenüber zu beglückwünschen:

So kam es, dass ich dem Kollegen der meinen Test korrigierte ein high Five und der Kollegin, die mir den Test gab, eine Umarmung zukommen lies.

Spielerunde

Wir schritten zur nächsten Übung. Eigentlich war es mehr ein Spiel. Wir bildeten drei Gruppen, wovon meine Gruppe wieder wie neulich «Bob» hiess. Richard wechselte von Gruppe zu Gruppe und zeigte jeweils eins der Wörter der vergangenen Woche, welches wir dann mit anderen Wörtern erklären mussten. Wenn wir die Bedeutung nicht mehr wussten, war das quasi «unser Pech». Er schritt dann zur nächsten Gruppe und zeigte dasselbe Wort. Wenn keiner der Gruppe es wusste, gab es bei der ursprünglichen Gruppe das nächste Wort. Es kam tatsächlich hin und wieder vor, dass eine Gruppe das Wort nicht mehr wussten. Die andere Sache war, dass wenn das eigene Team das Wort nicht wusste, das jeweils nächste Team erraten konnte und so den Punkt für sich holen konnte. Ein wirklich witziges Spiel und «very good for your english».

«Password»

Dann gab es eine kurze Pause und der letzte Unterrichtsblock bei Richard brach an. Da spielten wir «Password». Das ist ein bekanntes Spiel aus einer alten Gameshow, wie Richard uns erzählte. Im Grunde war es einfach. Es gab zwei Teams. Von jedem Team kamen zwei Personen nach vorne, während die Kollegen aus der Gruppe sich ebenfalls in eine Reihe stellten. So stand man immer Gegenüber einem Teamkollegen. Richard zeigte nun einem vorne ein Wort und man musste seinem Teamkollegen dieses Wort mit nur einem Wort beschreiben. Runde 1 gab 4 Punkte und mit jedem Versuch (oder nach jeder Runde) sank die zu gewinnende Punkteanzahl. Gleichzeitig wechselte es von Team zu Team. So hatte das jeweilige Team, welches als zweites am Zug war, bereits ein Wort Vorsprung, um den Begriff zu erraten.

Gerne ein Beispiel? Richard zeigte das Wort «Dance». Also brachte ich «Move». Glücklicherweise verstand mein Gegenüber direkt was ich meinte und holte sich die maximale Punktzahl (4). Hätte er/sie es nicht gewusst, hätte die Gegenseite (die dasselbe Wort bekäme) «Party» hinzufügen können. So hat man immer mehr Wörter die sich zu diesem «Passwort» zuspitzten. Achja, Namen waren nicht erlaubt. Ebenso wie bei «smile», dass man halt entsprechend lacht oder lächelt. Am Ende war es ein knappes Match und wir hatten alle mega Spass.

Promi Dinner

Wir setzten uns wieder alle an unseren Platz. Das letzte Spiel wurde erklärt. Richard gab uns ein Blatt mit vielen bekannten Persönlichkeiten. Einige erfreuten sich bester Gesundheit und Andere wiederum waren schon längst tot. Aus diesen Persönlichkeiten mussten wir in der Gruppe 8 wählen, die wir zu einem Dinner einladen würden. Zusätzlich mussten wir 5 weitere Persönlichkeiten nennen, welche noch nicht auf der Liste standen. Sinn des Spiels war es, eine Diskussion innerhalb des Teams zu entfachen. Im Anschluss machte er Striche bei den gewählten Personen. So zeigte sich am Ende eine Rangliste der «beliebtesten» Personen. Er fragte noch die Teams am Ende, wer die weiteren 5 Personen seien. Richard meinte dann am Ende, er nenne noch seine Gästeliste und schrieb dann einfach nur «Rihanna» an die Tafel und meinte: «that’s it». Das war ein weiterer Insider, auf welchen ich hier im Blog bisher jedoch kaum einging.

Da war ich nie zu Besuch, wirklich nicht

Richards Abschied

Dann war der Augenblick gekommen und Richard leitete die letzten Worte ein. Er habe es sehr genossen und wir seien wirklich eine super Klasse. Okey, man weiss natürlich nie, ob andere Klassen das in der Vergangenheit genauso zu hören bekamen. Aber ich nahm ihm seine Worte ehrlich ab und wir konnten das Lob ihm als Lehrer nur zurückgeben. Dann lud er noch ein, wer Fotos machen möchte, könne das gerne machen. Wir baten mit auf ein Gruppenfoto zu kommen und viele, darunter auch ich, baten ihm um ein Selfie zu zweit. Er sei halt «a very famous person». Es schmeichelte mir sehr, dass ich zu einer Handvoll gehörte, bei denen er noch ein Selfie mit seinem Handy machte. Gleichzeitig lud er uns ein, modern wie es sich zur heutigen Zeit gehört, sich mit ihm auf Instagram zu verknüpfen. Dann hiess es noch ein letztes Mal «Goodbye» und er trat aus dem Raum.

Die letzte Stunde mit Marisol

Ich machte mich auf zum «second floor». Es stand noch einen letzten Unterrichtsblock bei Marisol an. Diese Stunde, in der sich Leute aus diversen Levels treffen und man ein grosses Thema bespricht und durcharbeitet. Wir schauten einen kurzen Clip, diskutiert und bekommt auch entsprechende PowerPoint Präsentation gezeigt. Das heutige Thema war East-Coast bzw. New York. Es gab dazu folgende Videos:

Ich muss zugeben und das ist wohl typisch und jedem bekannt, dass so kurz vor dem «Ziel» oder Ende die Konzentration von Minute zu Minute abnimmt. Zu sehr kribbelte es in mir mit dem Wissen, dass ich gleich fertig mit meiner Sprachschule sein werde und das nächste Abenteuer hier in Amerika beginnt. Dann war es soweit…

Die Graduation Feier

Wir wurden dann direkt am Ende des Unterrichts noch von einer Lehrerin abgefangen. Sie teilte allen mit, dass die «Graduation» Feier gleich im Anschluss stattfinden werde. Sie teilte die Leute entsprechend ein. Die Schüler*innen, die heute mit der Schule fertig sind, sollen sich auf der rechten Seite einfinden, während die «Gäste» sich links versammeln sollen. Das war mir neu, dass diese Feier so angekündet wird und man als Gast «eingeladen» wird. Ich dachte nur, warum gerade heute bei mir? Wir Schritten heraus und holten und diese typischen Roben und dieser viereckigen Hut. Ja genau jene Kleider, wie man es aus jedem zweiten American Teenie Film kennt. Was dann kam empfand ich eher als mühsam. Es wurde irgendein komischer Tanz aufgeführt, welchen wir anhand eines Youtube Videos übernahmen. Gleichzeitig wurde viel über die Tradition bezüglich «Schulabschluss» erzählt.

Es dauerte bestimmt gut eine ¾ Stunde, bis wir unser Zertifikat bekamen. Für die Übergabe wurde jede Person einzeln aufgerufen und es wurde gleichzeitig applaudiert. Als das ganze Schauspiel vorbei war verabschiedete ich mich von den anwesenden Leuten, die ich kannte und machte mich schnellstmöglich aus dem Staub.

Der little Italy Destrict

Auch auf dem nach Hause weg nahm ich einen mir komplett «fremden» Weg… ich wollte es einfach noch einmal so richtig bewusst geniessen, selbst wenn der Weg zurück ins Hub ein vielfaches länger gehen sollte. So kam es, dass ich durch «Little Italy» lief und dieses von einer Seite sah, welche ich bisher so noch nicht wirklich kannte. Ich erreichte dann das Hub und ging auf mein Zimmer. Dort verbrachte ich meine letzten Stunden.

Bilder:

 

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