Tag 66 – Rodeo Drive

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Dieser Tag bewies mal wieder, dass egal wo im Leben, der Weg sich automatisch ergibt sobald du beginnst ihn zu durchschreiten. Klar, man sollte in vielen Bereichen das (ungefähre) Ziel kennen, welches man letztendlich erreichen will. Doch genug Weisheiten, kommen wir zu meinem Tagebucheintrag zu Tag 66 – eine Schnapszahl, die es in sich hat.

Was gibt’s Neues?

Zugegeben, die Hitze hier und die viele Lauferei machen mir insofern zu schaffen, dass ich meinen Schlaf brauche. Wie dem auch sei, dafür habe ich ja die Auszeit. Ich erwachte so zwischen 10 – 11 Uhr. So genau weiss ich das gar nicht mehr, Zeit ist für mich hier gänzlich irrelevant. Das merke ich auch an den Wochentagen. Ich bin mir meistens echt nicht bewusst, was wir für einen Tag haben. Ein schöner Zustand, welcher in der Schweiz z.B. unvorstellbar wäre. Zu sehr lassen wir uns von Tag und Zeit knechten und diktieren. Ich machte mich wie immer sogleich an die Arbeit, den Text vom Vortag zu tippen und die Bilder entsprechend vorzubereiten. Auch beantworte ich immer die vielen Mails, die ich bekomme. Ich muss gestehen, diesen Tag hatte ich nicht wirklich einen Plan. Was sollte ich heute machen bzw. anschauen? Vielleicht sollte ich es mal eher ruhig angehen. Für gewöhnlich schaue ich immer morgens mit Google, was gute Tipps während eines Aufenthaltes in L.A. sind. Dabei bin ich gar nicht immer auf die 0815 Tipps aus, sondern oft auch auf Insider-Tipps oder eher was so quasi «Platz 10 – 20» ist. Meist gefällt mir das, was abseits des Mainstreams geboten wird mehr. Zugegeben, der «Venice-» als auch «Muscle Beach» sind traumhaft. Auch der Weg zum «Santa Monica Pier», den ich in Beitrag 61 beschrieben haben sind wunderschön. Aber wer meinen Blog liest hat gemerkt, dass mich diese idyllischen Viertel mit den Villen und den vielen Palmen fast am meisten «catchen», motivieren und inspirieren. Sicherlich, nur im Bett liegen, das geht überhaupt nicht. Eine Verschwendung eines jeden einzigartigen und kostbaren Tages. Ein Spaziergang in einem Viertel mit schönen Häusern sollte es mindestens heute sein. Bestimmt findet sich auch hier die eine oder andere Perle und ausserdem muss ich wegen meiner dreckigen Wäsche schauen.

Stinkende Wäsche

Ich habe fast keine sauberen Kleider mehr und brauche daher langsam dringend eine Waschküche. Das ist etwas, was ich doch in Google als ersten Anhaltspunkt raussuchen könnte. Im Hub in San Francisco war ich ja ziemlich verwöhnt und insgeheime möchte ich das so oder so mal gemacht haben. So eine Waschküche in Amerika benutzen hat für mich einen gewissen Charme. Das klingt bestimmt voll banal und fast schon dämlich, ist aber so ein wenig ein «To Do» Punkt, den man erlebt haben muss, sofern man längere Zeit hier lebt. Es gibt zahlreiche Airbnb Unterkünfte, in denen man die Waschmaschine benutzen kann. Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, wie beispielsweise in meinem Fall, findet mit Google und dem Begriff «Waschküche» zahlreiche Beispiele in der nahen Umgebung – ein hoch auf Google.

Dieser „Beverly Hills“ Schriftzug ist nahe dem „Rodeo Drive“

So wurde es gut nach 2:00 p.m. bis ich mich aus dem Haus begab und einfach mal in die ungefähre Richtung lief, wo die nächste Waschküche gem. Google liegt. Doch ich bin ehrlich… ich habe dieses Ziel aus den Augen verloren. Zu sehr haben meine Gedanken sich während des spazieren in der Umgebung verloren. Denn ich kam wieder in eins dieser bereits angesprochenen Viertel, mit lauter prachtvollen Bäumen, diesen typischen Vorgärten und Häusern resp. Villen im südländischen Touch.

Meine kurze Reise in die 80er

Für mich hat das etwas 80er oder nennen wir es «etwas Zeitloses». Darum untermauerte ich das Ganze mit der Musik von «Pet Shop Boys». Ich trage meist einen der 2 Kanäle der In-Ear Kopfhörer im Ohr. Mit der richtigen Musik ergänzt sich das perfekt und ausserdem weiss man aus der Psychologie und der Gehirnforschung, dass emotionale Ereignisse dadurch stärker haften und somit im Gedächtnis bleiben. Diesen Effekt nutze ich mit der für mich passender Musik. Da waren «West end Girls» oder «It’s a Sin» einfach perfekt. Ich fühlte mich wahrhaftig etwas zurückversetzt, in das wie ich es für mich in einer idealen Vorstellung: «Unschuldige» Amerika der 80er, empfinde oder beschreibe.

Der Rodeo Drive

Als diese Strasse zu Ende war, machte ich eine 180° Drehung. Entlang einer Hauptstrasse und bemerkte, dass man hier wieder in eine etwas «teurere» Strasse sprich «Boulevard» kommt. Genauer gesagt war es der «Wilshire Blvd». Die Gebäude wurden luxuriöser. Eine Ferrari Garage an der Strasse ja, hier fühlte ich mich wohl und dann kam es, das Schild mit der Aufschrift «Rodeo Drive». Der «Rodeo Drive» ist ebenfalls mehr oder weniger eine Shoppingstrasse, die man gesehen haben muss. Mir war absolut nicht bewusst, dass sich diese berühmte Strasse hier befindet. Ich war aber glücklich, jetzt doch per Zufall heute ein weiteres Highlight verzeichnen zu können und dies durch das einfache loslaufen. Es schliesst sich etwas der Kreis zu der am Anfang angesprochene Metapher. Natürlich waren mir die Shops selbst egal. Mich packte mehr alles rundherum und der Lifestyle. Die Palmen hatten LED Lichter. Hin und wieder fuhr ein Sportwagen vorbei. Es ist nicht so, dass ich total dem «Haben» verfallen bin. Aber ich schaue es mir gerne an, wenn es sich ergibt und finde es cool. Der «Rodeo Drive» war dann an einem Punkt zu Ende und ich lief zu einem Park, der gleich am Ende der Strasse war. Dort zeigte sich ein prachtvoller «Beverly Hills» Schriftzug, um den sich natürlich haufenweise Touristen versammelten. Wer mal den «Rodeo Drive» besuchte, findet sich bestimmt sofort wieder an dieser Stelle.

Ich setzte mich in der Nähe auf eine Bank und las etwas in meiner aktuellen Lektüre «Die Gesetze der Gewinner».

So etwas beeindruckt mich ungemein ?

Unerwartetes Wiedersehen

Nach so einer halben Stunde lief ich weiter. Hier begann wieder eine Strasse, ganz wie ich sie mag. Prachtvolle Häuser, eine breite Strasse und lauter Palmen. Nach einigen hundert Metern (lass es auch 1-2 Kilometern) traute ich meinen Augen nicht. Ich fand mich wieder im «Will Rogers Memorial Park». Jener Park, den ich an meinem ersten Beverly Hills Tag besucht habe. Dieser Park scheint mich magisch anzuziehen. Ich freute mich und setzte mich zugleich auf eine Bank im Park. Ich genoss den Moment und versuchte ihn ganz bewusst wahrzunehmen.

Das liest sich jetzt vielleicht, als wäre alles Schlag auf Schlag. Tatsächlich liegen da aber oft Stunden dazwischen. Abends zeigte meine Fitbit Uhr wie so oft immer zwischen 20’000 – 30’000 Schritte. Ich war noch im Park, als die Sonne anfing unter zu gehen. Ich machte mich auf den Rückweg. Erst dachte ich, ich nehme in der Mitte des Weges wohl ein UBER-Taxi. Ich lief aber letztendlich den kompletten Weg nach Hause.

Zuhause angekommen nahm ich als erstes wieder eine Dusche. Legte mich aufs Bett, arbeitete noch etwas und schlief ein. Nicht mehr lange und ich werde meine Zelte in L.A abbrechen.

Bilder:

 

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